28.8.2026
News

Das Management wird zur Abbaumasse

André Kasten

Ein Viertel des Managements. Das ist die Zahl, die Oliver Blume am 26. August auf der Betriebsversammlung in Emden genannt hat.

Volkswagen will die Führungsebenen um 25 Prozent verkleinern – Konzernstellen, Zentralfunktionen, Entwicklung, Vertrieb. Der Konzern setzt dabei zuerst auf freiwillige Instrumente: Renteneintritte, Altersteilzeit, Fluktuation, Aufhebungsverträge. Für die Abfindungen kursiert eine Spanne von 17.700 bis 404.700 Euro, gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit und Entgeltgruppe.

Wer als Führungskraft ein solches Papier auf den Tisch bekommt, sollte drei Dinge auseinanderhalten.

Erstens:

Eine Abfindungstabelle ist kein Angebot, sondern ein Rahmen. Sie bildet den kollektiv verhandelten Regelfall ab. Was für eine Führungskraft mit langer Betriebszugehörigkeit, hohem variablen Anteil und laufender Zielvereinbarung angemessen ist, steht dort gerade nicht.

Zweitens:

Der Wert eines Aufhebungsvertrags entscheidet sich selten an der Abfindungsziffer. Er entscheidet sich an der Behandlung des Bonus für das laufende Jahr, an Long-Term-Incentives und deren Verfallklauseln, an der betrieblichen Altersversorgung, am Zeugnis, an Freistellung und Anrechnung – und an einem etwaigen nachvertraglichen Wettbewerbsverbot samt Karenzentschädigung.

Drittens:

Freiwilligkeit hat ein Ablaufdatum. Wer wartet, bis das Programm ausläuft, verhandelt anschließend unter anderen Vorzeichen.

Der Rest ist Rechnen. Und zwar vor der Unterschrift.